Beim Blick auf den Spielberichtsbogen bzw. auf die Verletztenlisten beider Mannschaften war eigentlich allen klar, dass die Partie zwischen unserem EHC Timmendorfer Strand und den Crocodiles Hamburg kein Eishockeyleckerbissen werden würde. Doch während die Gäste immerhin um jede Scheibe kämpften, spielte unser EHCT von Beginn an körperlos, ideenlos und über weite Teile des Spiels charakterlos. Und so verliert man auch in der Höhe völlig verdient mit 2:8 (0:3, 0:2, 2:3). Es wirkt so, als hätten einige Spieler die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt – denn gerettet ist unser EHCT noch nicht.

Von Beginn an: Trainer Steve Pepin musste nach dem Freitagsspiel auf Adrian Sanwald verzichten, dafür meldeten sich Kenneth Schnabel und Marco Meyer fit. Die Crocodiles hatte es noch schlimmer erwischt, denn nach Krankheiten und Verletzungen konnten die Hamburger ganze zwölf Feldspieler aufbieten. Daher gab Pepin die Maßgabe vor, speziell die Verteidiger von Beginn an unter Druck zu setzen.

Doch genau das tat unser EHCT nicht. Körperlos wurde versucht zu verteidigen, Pässe schlampig gespielt und Torschüsse waren absolute Mangelware – zumindest solche, die Hamburgs Goalie Kai Kristian vor ernsthafte Probleme stellten. Die Crocos spielten nicht überragend, nutzten die Fehler der Timmendorfer aber eiskalt aus. Josh Mitchell eröffnete den Reigen mit einem platzierten Schuss in den Knick – gleich drei Timmendorfer gaben dabei Geleitschutz. Und so ging es weiter und Goalie Jan Dalgic wurde von seinen Vorderleuten sträflich im Stich gelassen. Brad McGowan und Christos Stambolidis standen zweimal mutterseelenallein vor dem Kasten, erhöhten so auf 3:0.

Zu Beginn des zweiten Drittels sah es zunächst so aus, als würde der EHCT den Kampf annehmen. Doch nachdem ein Bandencheck gegen Patrick Saggau ungeahndet blieb und der schwache Schiedsrichter Meier zwei äußerst zweifelhafte Strafen gegen Timmendorf gab, brachen alle Dämme. Mitchell erhöhte mit seinem zweiten Treffer auf 4:0, ehe Fabian Calovi nur 73 Sekunden später einen Konter zum fünften Hamburger Treffer vollendete. Wohlgemerkt lief der Konter bei einer Hamburger Überzahl. Dalgic ging entnervt aus dem Kasten, war er doch zuvor von seinen Vorderleuten allein gelassen worden. Fabio Alonso rückte in den Kasten und machte eine gute Partie. Er allein verhinderte, dass noch im zweiten Drittel das halbe Dutzend voll wurde. Seine Vorderleute spielten weiter äußerst schlecht und stellten den Kampf endgültig ein.

So kam dann im Schlussdrittel das, was kommen musste. Die Crocodiles mussten nicht viel tun, erhöhten durch Anton Zimmer dennoch auf 6:0. Als es dann die erste Strafe gegen Hamburg gab, zeigte unser EHCT dann doch Ansätze von gutem Eishockey. Ein schöner Handgelenksschuss von Daniel Lupzig fand den Weg ins Netz und Kenneth Schnabel vollendete kurze Zeit später einen Konter ins Tor zum 2:6.

Doch dann war es schon wieder vorbei mit der Herrlichkeit. Der junge Alonso musste sich mehrfach quasi allein Hamburger Kontern erwehren und meisterte den Großteil der Aufgaben mit Bravour. Dennoch musste er bei Abstaubern von Anton Zimmer und Daniel Reichert hinter sich greifen. Am Ende steht also ein 2:8 auf der Uhr und man muss sich fragen, ob die Mannschaft die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat oder nicht erkennen wollte.

Statistik
Tore: 0:1 Mitchell (7.), 0:2 McGowan (13.), 0:3 Stambolidis (17.), 0:4 Mitchell (30./ÜZ), 0:5 Calovi (31./ÜZ), 0:6 Zimmer (46.), 1:6 Lupzig (50./ÜZ), 2:6 Schnabel (52.), 2:7 Zimmer (55.), 2:8 Reichert (56.)

Schüsse: 30 (15, 6, 9) – 36 (13, 10, 13)
Strafen: Timmendorf 6 plus 10 Wasser – Hamburg 4 plus 10 Zimmer
Zuschauer: 495