Auch am Morgen danach lässt uns das gestrige Heimspiel gegen die Black Dragons Erfurt kopfschüttelnd zurück. 50 Minuten lang hatte unsere Mannschaft den Gegner im Griff, führte verdient und war auf der Siegerstraße. Doch dann wurden Geschenke verteilt, die Partie hergegeben und am Ende mit 4:5 (3:1, 1:1, 0:2, 0:1) in der Verlängerung verloren. Ärgerlich, ärgerlich, gerade wenn man auf die anderen Ergebnisse blickt, denn ein Sieg wäre für unseren EHC Timmendorfer Strand richtig wichtig gewesen.

Doch der Reihe nach: Jason Horst (privat verhindert) und Cedric Montminy (gesperrt) fehlten, doch unser EHCT legte los wie die berühmte Feuerwehr. Nach nur 41 Sekunden stand Kenneth Schnabel goldrichtig und staubte zum 1:0 ab. Und auch in der Folge schien unsere Mannschaft den Gegner förmlich überrollen zu wollen. Scheibengewinn von Wasser, Sahnequerpass von Kunz und Lukas Gärtner brauchte nur zum 2:0 einschieben – Auszeit Erfurt. Diese zeigte Wirkung, denn nur 86 Sekunden später stocherte Enrico Manske die Scheibe zum Anschlusstreffer über die Linie. Die Drachen kamen nun besser ins Spiel, die Chancen aber hatte unser EHCT. Kunz am Winkel vorbei, Saggau gegen den Schoner von Goalie Reukauf und Clairmont knapp am Tor vorbei: nur drei Beispiele für eine ganze Reihe guter Chancen. Erfurt schoss zwar viel, richtig gefährlich wurde es aber selten. Wenn doch, dann war Jan Dalgic da und parierte. Auf der Gegenseite fiel kurz vor Drittelende das 3:1: Zobel gewann die Scheibe an der blauen Linie, Daniel Clairmont nahm sie auf, umkurvte drei Gegenspieler inklusive Goalie und konnte sich im Anschluss für die tolle Einzelleistung feiern lassen.

Die Gäste wechselten in der ersten Drittelpause den Torhüter, was Martin Otte mit zwei starken Saves zu Beginn des Mittelabschnitts dankte. Da hätte unsere Mannschaft die Partie durchaus vorentscheiden können, doch sie tat es nicht. Bei angezeigter Strafe gegen Timmendorf fand dann Wiecki eine Lücke und bediente Sebastian Hofmann mit einem tollen Zuspiel. Dieser ließ Dalgic keine Chance. Im Anschluss verpuffte ein doppeltes Überzahlspiel unseres EHCT wirkungslos und man bekam irgendwie das Gefühl das die Partie kippen könnte. Doch Dalgic packte zwei unfassbare Saves aus und auf der Gegenseite konnte man in Unterzahl glänzen. Max Wasser brach aus, scheiterte an Otte, eroberte die Scheibe zurück und legte sie in den Slot, Dort wartete Daniel Lupzig und hämmerte sie humorlos in den Winkel – ein 4:2 genau zum richtigen Zeitpunkt.

Dies schien alle zu beruhigen. Zwar ließ man Erfurt im letzten Drittel etwas kommen, doch wie schon im ersten Abschnitt verpufften die meisten Chancen der Drachen. Auf der Gegenseite konnte man Nadelstiche setzen, verpasste aber selbst die Entscheidung – trotz dicker Gelegenheiten von Lupzig und Clairmont. Doch die Abspielfehler häuften sich und einen von diesen nutzte Jakub Wiecki zum erneuten Anschlusstreffer. Zu allem Überfluss war die Scheibe Dalgic unter den Schonern durchgerutscht. Nun begann der EHCT zu schwimmen, auch weil man immer wieder Konter fing. Unsere Nummer eins im Kasten aber spielte groß auf, hielt gleich drei Alleingänger der Erfurter fest. Auch das Unterzahlspiel funktionierte, verhinderte den Ausgleich. Doch ein später Lapsus in der Verteidigung, ein kapitaler Fehlpass und ein erneutes, verspätetes Weihnachtsgeschenk gönnte den Black Dragons den Ausgleich. Carsten Gosdeck konnte gar nicht anders, als freistehend die Scheibe ins Tor zu nageln. Und fast wäre die Partie sogar noch in der regulären Spielzeit entschieden worden, zum Glück war Dalgic wieder da.

So ging es in die Overtime und hier hatten beide Mannschaft Chancen. Vor allem unser Kapitän hätte den Extrapunkt holen müssen, scheiterte aber bei einem Alleingang an Otte. Auf der Gegenseite machte es Erfurts Topscorer Michal Vazan besser, nahm ein weiteres Geschenk an und traf zum 5:4 für die Gäste.

Unter dem Strich waren es zwei verlorene Punkte. Wenn man zehn Minuten vor Schluss mit zwei Toren führte, darf man die Partie so nicht herschenken. Aber alles lamentieren nützt ja nichts, unsere Jungs müssen die Birne freibekommen. Denn am Freitag geht es schon wieder weiter, dann kommt es zum Derby bei den Crocodiles Hamburg.

Statistik
Tore: 1:0 Schnabel (1.), 2:0 Gärtner (4.), 2:1 Manske (5.), 3:1 Clairmont (20.), 3:2 Hofmann (34.), 4:2 Lupzig (40./UZ), 4:3 Wiecki (50.), 4:4 Gosdeck (59.), 4:5 Vazan (64.)

Schüsse; 40 (13, 15, 9, 3) – 43 (12, 11, 16, 4)
Strafen: Timmendorf 8 – Erfurt 4
Zuschauer: 300