Crocodiles Hamburg vs. EHC Timmendorf

3. September 2017 | 16:00
Eisland Farmsen

Zusammenfassung

Die mitgereisten Fans spendeten viel Beifall, der Trainer war zufrieden – und das obwohl der EHC Timmendorfer Strand sein zweites Spiel in Hamburg verlor. Vor 757 Zuschauern unterlag unsere Mannschaft den favorisierten Crocodiles Hamburg nach einem sehr intensiven Spiel mit 4:5 (0:2, 1:3, 3:0). Auch wenn es spielerisch (noch) keine Glanzvorstellung war, so macht der kämpferische Einsatz Lust auf die Saison. Denn alle bissen, rackerten und kämpften bis zum Ende – letzteres kann man dabei wörtlich nehmen.

Doch der Reihe nach: die Crocodiles begannen die Partie druckvoll und Goalie Jordi Buchholz musste schon nach 30 Sekunden erstmals eingreifen. Wenig später parierte unsere Nummer 73 erneut glänzend und gab so seinen Vorderleuten mehr Sicherheit. Offensiv ging zwar nicht viel zusammen, doch hinten stand Timmendorf jetzt besser und bot vor allem körperlich Paroli. So teilte Tauno Zobel unter anderem einen Check gegen den fast zwei Köpfe größeren Christoph Schubert aus. Nach 17 Minuten war dann aber Schluss mit Eishockeyspielen.

Die Spielertür an der Timmendorfer Bank ließ sich nicht mehr richtig öffnen und schließen, so dass eine Reparaturpause nötig war. Schiedsrichter Fendt schickte beide Teams daraufhin 3:57 Minuten vor Drittelende vorzeitig in die Kabine und zog die Pause vor. Es dauerte allerdings rund 25 Minuten, ehe die Partie wieder fortgesetzt werden konnte.

Allerdings tat die Pause dem EHCT nicht gut und die Defensive verlor ein wenig den Faden. Und so sorgte Semjon Bär nach 19 Minuten für die Führung – sein verdeckter Schuss tunnelte einen Verteidiger und Buchholz im Tor. Von diesem Schock erholte sich der EHCT zunächst nicht und die Crocodiles legten nach. Brad McGowan nahm in Überzahl Maß (19.), ehe Richard Henze unmittelbar nach dem Seitenwechsel das dritte Hamburger Tor nachlegte. Ein Debakel schien zu drohen, doch wie so oft im Sport reichte eine richtig gute Aktion, um eine Mannschaft wieder ins Spiel zu bringen.

In diesem Fall war es ein Scheibengewinn von Max Wasser. Jonas Mikulic nahm den Puck an der blauen Linie auf und drosch knochentrocken in den Winkel – nur noch 3:1 (23.). Auf einmal schien der Knoten bei unseren Jungs zu platzen. Die Zuordnung stimmte wieder und auch offensiv ging etwas. Kenneth Schnabel scheiterte dabei binnen Sekunden zweimal an Di Berardo im Hamburger Kasten. Die Partie war offen und wogte hin und her bis Adrian Sanwald in die Kühlbox musste.

Eine Hamburger Überzahl folgte und diese nutzte Thomas Zuravlev zum 4:1 (36.), wobei er dem frisch eingewechselten Fabio Alonso im Kasten keine Chance ließ. Und nur eine Minute später traf Zuravlev nach einem Konter zum 5:1 – die Partie war entschieden, der Patient Timmendorf zumindest für diesen Sonntag tot. Einzig der Jüngste im Kasten verhinderte in der Folge einen höheren Rückstand.

Doch dann belebte Max Wasser den Patienten wieder. Henze stocherte nach Abpfiff nach, provozierte unseren Neuzugang und dieser knöpfte sich seinen 20cm (!) größeren Kontrahenten vor. Das Boxtraining bei Christian Honhold hatte wohl etwas gebracht, denn Max blieb klarer Punktsieger und wurde entsprechend von den Fans gefeiert.

Zweiter Muntermacher war dann der junge Alonso. Er kochte mehrfach die Hamburger Stürmer ab. Dann war der übermotiviert wirkende Moritz Israel auf Stress aus, biss sich aber erst an Philipp Maier, dann an Marc Stotz die Zähne aus. Schließlich ging es wieder ans Spielen und irgendwie fand Tauno Zobel eine Lücke, stocherte die Scheibe zum 2:5 (49.) über die Linie. Nun hatte der EHCT die Partie im Griff, während Hamburg nur selten für Entlastung sorgen konnte.

Und Timmendorf wurde belohnt. Erst fand Kenneth Schnabel Kevin Kunz frei vor dem Kasten zum 3:5 (57.), dann war Daniel Lupzig in Überzahl zur Stelle und verkürzte abermals. So war in den Schlussminuten nochmal richtig Feuer drin und ein wenig ging den Crocodiles der Allerwerteste auf Grundeis, angesichts der Timmendorfer Schlussoffensive. Leider fand keine weitere Scheibe den Weg ins Tor, so dass die Crocodiles den 5:4- sowie den Turniersieg eintüten können.

Dennoch: der Leistung gegen einen der Liga-Mitfavoriten zollten die Fans ihre Anerkennung und die Mannschaft konnte sich erhobenen Hauptes vom Eis verabschieden. Auch Steve Pepin war zufrieden, wenn gleich er mit den fünf Minuten nach der ersten Pause haderte: „Da haben wir das Spiel verloren, das ist natürlich ärgerlich. Aber meine Mannschaft hat toll gekämpft und gezeigt, wozu sie fähig sein kann. Den freien Tag haben sich die Jungs redlich verdient.“

Am Dienstag geht es für die Timmendorfer dann erstmals auf das heimische Eis in unserem Eistempel am Kurpark, ehe es am Freitag zum „Rückspiel“ gegen die Crocodiles kommt.

Statistik:
1:0 Bär (18.), 2:0 McGowan (19./PP1), 3:0 Henze (21.), 3:1 Mikulic (23./Vorlagen Wasser, Gulda), 4:1 Zuravlev (36./PP1), 5:1 Zuravlev (37.), 5:2 Zobel (49.), 5:3 Kunz (57./Schnabel, Saggau), 5:4 Lupzig (58./PP1/Gulda, Clairmont)

Details

Datum Zeit Wettbewerb Saison
3. September 2017 16:00 Testspiele 2017/18

Venue

Eisland Farmsen
Berner Heerweg 152, 22159 Hamburg, Deutschland

Ergebnisse

Club1st2nd3rdT
Crocodiles 2305
Timmendorf0134

Crocodiles

Position G A H SOG PIM SA GA SV
 00000000

Timmendorf

Position G A H SOG PIM SA GA SV
 00000000