In den letzten Wochen und Monaten haben wir das mit Interviews ein wenig schleifen lassen. Schande über unser Haupt auf der einen Seite, andererseits sollte sich die Mannschaft natürlich auf den Abstiegskampf konzentrieren. Seht es uns daher bitte nach.

Nun ist aber Sommerpause angesagt und daher wollen wir versuchen, euch regelmäßig mit interessanten Gesprächen zu versorgen. Den Anfang machen wir gleich mit unserem neuen Coach Andreas Bentenrieder. Er stand uns Rede und Antwort, wir sprachen mit „Bente“ über den Kontakt nach Timmendorf, seine Einschätzung der sportlichen Lage und gehen der Frage nach, ob man bei unseren alten Rivalen in Adendorf und Rostock „sauer“ ist.

Andreas Bentenrieder, wie ist der Kontakt mit dem EHCT zustande gekommen? Und warum hast u dich für Timmendorf entschieden?
Ich hatte zu jeder Zeit ein sehr gutes Verhältnis zum Club. Es waren auch die guten Gespräche mit Marcus Klupp, verschiedenen „Insidern“ und mit Dennis Sauerbrei. Dabei ging es nicht immer um Eishockey. Wir lernten uns kennen und schätzen. Das war am Ende der Ausschlag für die finale Entscheidung nach Timmendorf zu kommen, um hier, zusammen mit allen Beteiligten wie Vorstand, Assistenztrainer und allen Athletenn etwas Nachhaltiges zu erarbeiten.

Konntest du dich bereits mit Co-Trainer Marc Vorderbrüggen austauschen?
Ja, ich hatte auch mit Marc ein sehr sympathisches Gespräch. Er ist sehr engagiert und wird mir bei vielem zur Seite stehen. Wie die genaue Arbeitsteilung aussehen wird, werde ich mit ihm vor Ort besprechen. Sicher wird sein, dass er mich auch bei der Videoarbeit unterstützt.

Mit Jan Dalgic, Dominic Steck und Cedric Montminy stehen bereits drei Spieler bei uns unter Vertrag. Was weißt du über die drei und hattest du schon die Chance, mit ihnen über die neue Saison zu sprechen?
Ich weiß, dass diese Drei zum Team gehören. Sprechen konnte ich noch mit keinem der Genannten. Alles zu seiner Zeit. Ich werde mit allen sprechen, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Im Moment habe ich nur mit möglichen Neuzugängen Kontakt. Was sich realisieren lässt, werden die Gespräche mit allen Beteiligten zeigen.

Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, vor allem junge Spieler auszubilden. Wie gut passt diese Idee zu dir?
Diese Idee ist im heutigen Eishockey unumgänglich. Ich arbeite sehr gern mit Spielern, die sich durch Fleiß einen Platz im Team und in der Oberliga erarbeiten wollen. Zudem ist es sicherlich auch eine finanzielle Angelegenheit. Wir werden den finanziell besser gestellten Clubs nur auf Augenhöhe begegnen können, wenn wir ausdauernde und geduldige Ausbildungsarbeit verrichte. Von daher arbeite ich sehr gern mit den Jungen. Wichtig dabei ist, dass auch die erfahreneren Spieler geduldig und engagiert mitarbeiten. Also eine gesunde Mischung, die wir dann wünschenswerter Weise aufs glatte Parkett bringen. Engagement und Wille wird auch mitentscheidet für den aktiven Einsatz der jüngeren Spieler sein.

Wie schätzt du die Oberliga Nord im Allgemeinen ein? Wer glaubst du sind die direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt?
Die Oberliga Nord hat sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Die meisten Teams aus dem „Pott“ werden wahrscheinlich wieder in der ersten Hälfte der Tabelle zu finden sein. Halle, Leipzig und die beiden Hannoveraner Clubs haben gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist. Es wird spannend zwischen Hamburg, Rostock, Braunlage, Preussen Berlin und Erfurt.

Wo wir uns am Ende wiederfinden, da will ich mich heute nicht festlegen. Ich möchte vorsichtig sein, und uns mit Voraussagen keinesfalls jetzt schon unter unnötigen Druck setzen. Ich bitte um Verständnis.

Wie wichtig sind in deinen Augen die Fans für den sportlichen Erfolg einer Mannschaft?
Die Fans sind ein Teil von uns! Also sehr wichtig! Sie begleiten uns, sie leiden mit uns, sie freuen sich mit uns. Wünschenswerter Weise das Erste und Letzte. Ich unterhalte mich auch gern mit den Fans. Wichtig dabei ist der respektvolle Umgang.

Zum Abschluss eine nicht ganz ernst gemeinte Frage: Du warst schon bei unseren ewigen Rivalen Adendorf sowie Rostock als Trainer tätig und hast dort auch sportliche Erfolge feiern können. Musstest du dir schon, böse Sprüche von ehemaligen Mitstreitern und Fans anhören?
(lacht) Nein. Ganz im Gegenteil. Ich hatte sehr viele Glückwunsch SMS, Whatsapp und ganz nette Anfufe erhalten. Es ist ein gutes Gefühl wieder im Norden zu sein.Ich freue mich sehr auf Timmendorf.

Andreas, wir danken dir für das Gespräch und wünschen dir viel Erfolg in der neuen Saison.