Das große Eishockeyfest war es nicht, am Ende steht aber zumindest der zweite Sieg der Vorbereitung auf der Haben-Seite. Unser EHC Timmendorfer Strand stolperte und wankte phasenweise bedenklich, fiel aber nicht und gewann gegen den Hamburger SV mit 6:3 (1:1, 2:2, 3:0). Somit konnte man zumindest etwas Selbstvertrauen für das erste Saisonspiel am kommenden Freitag tanken.

Ohne Fabio Alonso (angeschlagen) und Marc Stotz (Trainerlehrgang), dafür mit Michael Schmidtke aus der 1b als Ersatzgoalie auf der Bank ging der EHCT in die Partie. Doch in den ersten 15 Spielminuten lief nichts zusammen. Die Zuspiele zu ungenau, das Aufbauspiel insgesamt zu behäbig und hinten überraschend naiv – unsere Mannschaft ließ fast alles, was sie in der Vorbereitung auszeichnete, vermissen. Bezeichnend dafür war das 0:1, als Kovacs und Torschütze Pascal Heitmann allein auf unseren Goalie Jordi Buchholz zulaufen durften.

Dass es nach 13 Minuten nur 0:1 stand, lag einfach daran, dass der HSV „nur“ ein Regionalligist ist und der EHCT so im Spiel blieb. Der Ausgleichstreffer durch Cedric Montminy, welcher einen Abpraller über die Linie arbeitete, fiel dann auch ein wenig aus dem Nichts. Aber das Tor war die Initialzündung und die Schlussminuten des ersten Drittels dominierte der EHCT, hatte dabei eine ganze Reihe guter Chancen. Goalie Daniel Bethe (am Ende 31 Paraden) stand jedoch sehr häufig goldrichtig.

Zu Beginn des zweiten Drittels gab es eine Schrecksekunde, als Patrick Saggau blutend vom Eis musste. Unser Kapitän hatte den Puck ins Gesicht bekommen und musste zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus. Kurze Zeit später fiel eine Sanitäterin unglücklich auf den Kopf und musste ebenfalls verletzt abtransportiert werden. Wir wünschen beiden Unglücksraben gute und baldige Genesung.

Auf dem Eis änderte sich zunächst nichts und Max Wasser sorgte nach einem Konter über die rechte Seite für das mittlerweile verdiente 2:1. In der Folge ließ unser Team weitere Gelegenheiten nachzulegen, aus. Immer wieder standen Bethe oder das Aluminium im Weg. Die Defensive blieb aber anfällig und einen Hamburger Gegenstoß in Unterzahl vollendete Marc Stüven ins kurze Eck zum 2:2. Im direkten Gegenzug klingelte es dann wieder beim HSV, als Kevin Kunz zum 3:2 abstaubte. Doch mit dem zweiten Treffer des Abends hatte der Gast Blut geleckt und drängte auf den Ausgleich. Dieser fiel dann in doppelter Überzahl, als Lukas Turek die Scheibe von der blauen Linie unter die Latte drosch. Und so ehrlich muss man sein: danach war der HSV dem vierten Treffer näher als unsere Mannen, welche sich aber in die Drittelpause retten konnten.

Im Schlussabschnitt war der EHCT dann wieder überlegen, lange Zeit fehlte aber die letzte Konsequenz gegen den tapfer kämpfenden Regionalligisten. Doch in der 49. Minute vollendete Jason Horst per Rückhand eine feine Vorarbeit von Daniel Lupzig zum 4:3. Nun schwanden beim HSV sichtbar die Kräfte, so dass Cedric Montminy in Unterzahl einen Penaltyschuss erkämpfte. Diesen verwandelte er mit der Rückhand durch die Beine zum 5:3. Den Schlusspunkt setzte Petr Gulda mit dem 6:3.

Unter dem Strich ist der Sieg verdient, aber die Gäste haben vor allem kämpferisch einen starken Eindruck hinterlassen und hatten in Bethe einen guten Schlussmann zwischen den Pfosten. Unser EHCT tat sich schwer, feierte aber dennoch einen Sieg für das Selbstvertrauen und wird ab Dienstag den Fokus voll auf das erste Auswärtsspiel in Erfurt legen.

Statistik
Tore: 0:1 Heitmann (9.), 1:1 Montminy (14./Vorlagen Gulda, Horst), 2:1 Wasser (23./Schnabel, Steck), 2:2 Stüven (32./UZ), 3:2 Kunz (33./ÜZ/Meyer, Maier), 3:3 Turek (36./ÜZ), 4:3 Horst (49./Lupzig), 5:3 Montminy (52./PS), 6:3 Gulda (57.)

Schüsse: 37 (16, 14, 7) – 20 (3, 12, 5)
Strafen: Timmendorf 12 – Hamburg 16
Zuschauer: 277