Eigentlich war alles angerichtet für einen schönen Derby-Abend. Viele Fans waren mitgereist, es galt ein letztes Mal, alles in die Waagschale zu werfen, um zumindest einen halbwegs versöhnlichen Saisonabschluss hinzulegen. Doch am Ende waren es mal wieder sehr bittere 60 Minuten, musste sich unser EHC Timmendorfer Strand ausgerechnet dem Ostseerivalen aus Rostock mit 1:8 (1:3, 0:4, 0:1) geschlagen geben – und es hätte durchaus noch höher ausfallen können. Und wieder stand die ärmste Socke im Timmendorfer Trikot zwischen den Pfosten.

„Wir haben Fabio im Stich gelassen“, bilanzierte EHCT-Trainer Marc Vorderbrüggen am Vormittag nach der Partie und nahm den Jüngsten in Schutz. Denn Fabio Alonso hielt, was es zu halten gab, doch zu oft standen gleich mehrere Rostocker allein vor seinem Kasten. So war die 3:0-Führung durch Constantin Koopmann in Überzahl, Michal Bezouska und Tomas Kurka auch völlig verdient. Doch Hoffnung keimte auf, als Kenneth Schnabel 92 Sekunden vor der Drittelpause auf 1:3 verkürzte.

Allein, es war eine kurze Hoffnung. Denn der EHCT ließ alles vermissen, was dazu gehört, um auch dezimiert (ohne Dolezel, Buchholz, Meyer und mit den angeschlagenen Sanwald und Dalgic im Kader) ein gutes Spiel abzuliefern. „Es war ein einzige Katastrophe“, fand Vorderbrüggen klare Worte zur Leistung seiner Mannschaft: „Wir haben den Kampf nicht angenommen, sind nicht dahin gegangen, wo es weh tut.“

So spielten sich die Piranhas in einen kleinen Rausch. Kurka und Bezouska jeweils in Überzahl und Artur Lemmer mit gleich Treffern in Folge sorgten für den klaren 8:1-Endstand. Und hätten die Piranhas nach ihrem achten Tor nicht das Tempo herausgenommen, so wäre es wohl ein noch schlimmerer Abend geworden.

Für Vorderbrüggen gibt es aber auch Erklärungen für die Leistungen in den letzten beiden Spielen: „Die ersten drei Spiele unter meiner Leitung waren ja gut, da haben die Jungs gebissen und gekämpft, sich so die nötigen Punkte verdient. Doch als dann klar war, dass wir unser Ziel, den Klassenerhalt erreicht haben, ist die Spannung abgefallen und die Jungs haben auch den letzten Monaten kräftemäßig Tribut zollen müssen.“

Nun ist die Saison vorbei und es gilt in Ruhe alles zu analysieren.

Statistik
Tore: 1:0 Koopmann (7./ÜZ), 2:0 Bezouska (14.), 3:0 Kurka (16.), 3:1 Schnabel (19.), 4:1 Kurka (32./ÜZ), 5:1 Bezouska (36./ÜZ), 6:1, 7:1, 8:1 Lemmer (36./40./42.)

Schüsse: 35 (13, 14, 8) – 14 (3, 5, 6)
Strafen: Rostock 22 plus 10 Kröber plus 10 Koopmann – Timmendorf 26 plus 10 Montminy plus 10 Wasser plus 10 Lupzig
Zuschauer: 1041